Nr. 2/03
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Gesucht: Chef vom Grill mit dicker Brieftasche.
Vor einiger Zeit habe ich, mit einem Tonband ausgerüstet, eine Schulklasse
(1. Primarklasse) mit 7 Jungen und 14 Mädchen besucht. Ich stellte mich als
«Möchte-gern-Vater» (habe keine eigenen Kinder und kann medizinisch gesehen auch keine bekommen) mit der Frage vor die Klasse: «Was für Tipps würdet ihr einem Mann auf den Weg geben, der Vater werden will? Was würdet ihr euch von einem Vater wünschen?»
Meine Fragen löste zuerst Erstaunen aus. Sich wünschen können scheint nicht üblich zu sein. Ein Kind hat das zu nehmen, was ihm vorgesetzt wird, kommt mir spontan dazu in den Sinn. Warum dürfen Kinder bezüglich Eltern keine Wünsche haben? Ist das Machtgefälle beidseitig so eindeutig und unüberwindbar, dass das Wünschen gar nicht in Betracht gezogen wird?
«Dass er mir kein «Fuditätsch» gibt!» war dann die erste Aussage und wurde mit viel Applaus beklatscht und bestätigt.
«Dass er alles macht was ich will!» Applaus ?
«Dass er mir
kauft, mit mir
spielt, mit mir hinter dem Steuer sitzt und durch die Gegend fährt!»
Alle wussten plötzlich etwas zu sagen. Ich habe bis dahin gar keine Ahnung von all den Spiel- und Vergnügungsparks gehabt, die es geben muss ? Die Kinder über-trumpften sich mit Namen aufzählen. Als «Möchte-gern-Vater» wurde mir bald einmal klar, dass wenn ich all ihre in den Himmel wachsenden Wünsche erfülle, dann bin ich der Grösste. Ich bräuchte nur Zeit, Geld und Nerven aus Stahl.
«Dass ich mit ihm zur Arbeit fahren kann!» (egal was er arbeitet) Lautstarke Zustimmung?
«Schreinern, flicken, basteln!» Zustimmendes Murren?
«Mich aufheben und durch die Luft wirbeln!» Kaum eine Reaktion.
Zeit, Geld und Nerven aus Stahl? Das dicke Portemonaie wäre sicher das Wichtigste, was ich haben müsste. Sodann müsste und mir eine spezielle Vergnügungspark Landkarte zulegen.
Fast hätte ich es vergessen: Väter haben, wenn sie in der Küche stehen, ganz bestimmte Vorlieben zu haben. Pizza stand an erster Stelle am liebsten «Arrabiata», sowie alle Sorten von Spaghetti und Penne, Fondue. Die grosse Übereinstimmung war, dass der Papi für alle Sorten Grillfleisch zuständig ist.
Ich ging nachdenklich nach Hause und fragte mich, welche Ängste haben wohl mein Unterbewusstes veranlasst, mich um die Erfahrung einer Vaterschaft herum zu lotsen?
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