Nr. 1/05
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Die unerträgliche Fülle der Leere
Beten hat viel zu tun mit Hingabe: Sich dem hinzugeben, wovor mann am meisten Angst hat der Ohnmacht und Verzweiflung über die eigene «Unvollkommenheit» und Begrenztheit. Peter Oertle wagt einen Blick in die Leere.
«Das Tier ist sterblich und ist sich dessen nicht bewusst.
Die Götter sind unsterblich und sind sich dessen bewusst.
Der Mensch ist eine unglückliche Mischung:
Er ist sterblich und sich dessen bewusst.»
Ken Wilber
Diese «Zwitterfunktion» des Menschen halb Tier, halb Gott schafft uns mehr Probleme als uns lieb ist. Mensch weiss, wie es sein könnte und erlebt tagtäglich, wie es ist ? Je stärker die Erwartung der Perfektion, desto mehr öffnet sich die Schere zwischen Vorstellung und Realität. Das ist oft schwer zu ertragen. Die Resignation lauert an jeder Ecke auf potenzielle «Opfer», die am Aufgeben sind. Es gibt immer mehr Männer (Menschen), die es vorziehen, möglichst nur noch in der Vor-stellung zu leben (z.B. in irgendeinem Suchtverhalten). Die Realität wird auf eine Schmalspur im Alltag reduziert.
Um die tagtägliche Realität mit meinen eigenen Vorstellungen in einen Bezug zu setzen, fehlt mir manchmal ein Weitwinkel und dann wieder ein Zoomobjektiv. Das Bewusstsein der Menschheit könnte unterschiedlicher nicht sein. Daraus resultiert eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit. Diese begegnet mir täglich und bringt mich oft zur Verzweiflung. Manchmal bete ich, wütend, weil ich es nicht verstehen kann. Ohnmächtig bleibe ich meistens zurück mit meinem beschränkten Verständnis für Gerechtigkeit. Ich ahne eine viel grössere Ordnung, die ich nicht überblicke. Etwas, das sich meinem (dem?) menschlichen Verstand entzieht. Nur all zu gerne würde ich wissen, wie diese Ordnung ausschaut und wer sie überschaut? Sie muss unendlich gross und umfassend sein, dass sie all die «Unordnung» in sich auf-nehmen und trotzdem als Ordnung bestehen kann. Oder beherrscht Chaos die Welt? Etwas, das sich von Moment zu Moment immer wieder neu formiert? Im Gebet finde ich (manchmal) Ruhe, der ganzen Ungewiss- und Unwissenheit etwas entgegen zu halten. Wenn die Worte zu kurz greifen, dann habe ich im Gebet eine Möglichkeit, die Worte auszudehnen, weiter zu fassen, grösser werden zu lassen, so dass sie das (er)greifen können, was sonst ungreifbar bleiben würde. Auf diese Weise anerbiete ich meine Anteilnahme am Geschehen, das ich nicht wirklich beeinflussen kann auf jeden Fall nicht so, dass ich es wahrnehme. Der Flügelschlag des Schmetter-lings, der am andern Ende der Welt einen Sandsturm auslösen kann (Chaostheorie), «sehe» ich nicht wirklich, ahne aber eine Richtigkeit.
Beten
Mit gut vierzig Jahren habe ich im Rahmen meiner psychologisch-therapeutischen Ausbildung das erste Mal vor über zwanzig «fremden» Menschen «zugegeben», dass ich bete. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Mir wurde heiss und kalt zugleich als hätte ich etwas verbrochen. Mir war kurze Zeit darum, den Verstand zu verlieren. Ich habe ihn nicht verloren. Als nach meinen Worten im Raum Totenstille herrschte, wusste ich, dass es gut war, es getan zu haben. In demselben Augenblick fragte ich mich, was daran eigentlich so «gefährlich» ist? Mir fiel keine Antwort ein. Mann spricht (ausserhalb eines kirchlichen Kontextes) einfach nicht darüber. Irgendwo in mir war dieser Glaubenssatz eingraviert. Den hatte ich übergangen.
Das war mein «Verbrechen». Nach mir haben sich weitere Ausbildungsteilnehmer-Innen mit ähnlich intimen Geständnissen «geoutet», als hätte meine Aussage einen Bann gebrochen. Seit diesem ersten Mal fällt es mir kaum mehr schwer, über meine tiefen, religiös verwurzelten Gefühle, zu reden auch wenn ich unter Religiosität etwas anderes verstehe als viele Menschen, die ich kenne.
Familie
Meinen Vater würde ich als im herkömmlichen Sinn religiös bezeichnen er war immerhin eine Zeit lang im Kirchenrat. Meine Mutter hielt nicht viel von der Kirche. Sie machte mehr oder wenig widerwillig die üblichen Rituale mit. Keiner von uns vier Buben hat eine ausgesprochene Vorliebe für irgendwelche religiöse Gemeinschaf-ten entwickelt. Es wurde und wird auch nicht viel über Religion geredet.
Über dem Kopfende des Bettes meiner Grossmutter hing ein Bild, das bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Vor meinem inneren Auge sehe ich noch heute den Bauer und die Bäuerin auf ihrem frisch bestellten Acker. Die Hacke ist angelehnt an den kräftigen Schultern des Mannes beide sind sie betend. Irgend-etwas in mir weiss, dass das «gut» ist so. Ich erlebe immer noch Dankbarkeit, wenn ich an das Bild denke. Das Gebet auf dem Acker hat für mich mit einem Selbstver-ständnis zu tun. Es ist nicht selbstverständlich, dass mann Arbeit und zu essen hat. Das Bild vermittelt mir Ruhe. Es herrscht eine Ordnung. Dieselbe vermittelt mir diese Ruhe. Sie lässt mich frei atmen. Diese Ordnung nimmt sich meiner Angst vor der stetigen Ungewissheit des Lebens an. Wie eine übergrosse «Mama», die mich in entscheidenden Momenten an der Hand nimmt. Pema Chödrön, eine buddhistische Nonne, soll einmal gesagt haben: «Der Theismus ist die tief verankerte Überzeu-gung, dass es eine Hand gibt, die wir halten können.» Ich persönlich erlebe diese Ordnung als eine Art kosmische Gesetzmässigkeit. Ich brauche mir keine Mühe zu machen, sie zu benennen. Worte können in diesem Fall nur missverständlich sein, weil jeder sie auf seine Weise auslegen würde. Mann nehme die Bibel als Beispiel! Jeder will daraus Profit ziehen. Darum kann es nicht gehen.
Das Organ dieser Ordnung ist, was ich die «innere Stimme» nenne. In die Stille horchen und dieser Stimme gehorchen braucht weder belohnt zu werden noch ent-geht mann damit einer «Strafe» auch nicht im Jenseits. Manchmal ist das gar nicht so einfach zu verstehen. Aber ich kann mich darauf verlassen, dass ich subito darauf aufmerksam gemacht werde, wenn ich dagegen verstosse und das ist «gut» so. Das muss so sein. Nicht gehorchen ist meistens mit einem klaren «schlechten Ge-wissen» verbunden, das sich vom durchschnittlichen «schlechten Gewissen» unterscheidet, wenn ich mich als Erwachsener über ausrangierte Elternbotschaften hinweg setze.
Mein Lieblingsausspruch von Mahatma Gandhi «Den einzigen Tyrannen auf dieser Welt, den ich akzeptiere, ist meine innere Stimme» bringt diese Geschichte auf einen kraftvollen Punkt. (M)eine innere Stimme bringt den jeweiligen «Para-graphen» des kosmischen Gesetzbuches unmissverständlich zum Ausdruck. Ich bin überzeugt, dass sie ganz natürlich und in jedem Menschen angelegt ist oder wäre? Mann ist angewiesen, dass der Zugang zur inneren Stimme nicht unterbrochen ist. Schreckliches muss passieren, damit diese innere Stimme versagt, damit sie aus-geblendet werden kann oder sogar muss.
Angst?
Auf jeden Fall muss eine heftige, vielleicht sogar brutale Kraft einwirken, damit diese Quelle der «natürlichen Ordnung» versiegt.
Für immer?
Ja, ich glaube, das ist möglich.
Beten öffnet
Ich habe im Rahmen einer Weiterbildung über Traumatherapie zwei Menschen erzählen hören, die ehemalige Kindersoldaten aus Sierra Leone betreuen. Sie erzählten (einer kam aus dem Land selbst), dass diese Kinder zum Teil gezwungen wurden, ihre eigene Mutter oder Geschwister zu massakrieren um nachher gegen «alles andere», was auf sie zukam, «unempfindlich» zu sein. «Alles andere» war dann ein «Kinderspiel». Ihre «Grundschulung» konnte nicht übertroffen werden und zeigte Wirkung. Mir graut noch heute, wenn ich mir diese Erzählungen in Erinnerung rufe. Mit diesen wachgerufenen Erinnerungen über Dankbarkeit und Gebet zu schreiben, kommt mir einen Moment lang unwirklich vor. Menschen mit solchen Traumata können vermutlich nur (über)leben, wenn alles in ihnen zum Schweigen gebracht wird. Ein solcher Schmerz muss (vielleicht dauerhaft) betäubt und unterdrückt werden. An dieser Stelle kann Beten ein Weg sein, der aus der Abge-schiedenheit wieder ins Leben führt für den betroffenen Menschen wie auch für Menschen, die solch traumatisierte Menschen auf ihrem Weg begleiten. Unter Beten verstehe ich in diesem Fall ein Sich-öffnen für den Schmerz und die Verzweiflung des andern. Dies ist nur möglich, wenn ich offen bin für meinen eigenen Schmerz und meine Verzweiflung, «es» nicht im Griff zu haben, wenn es drauf ankommt. Dann erst bin ich bereit ohne «wenn» und «aber» für andere Menschen Mitgefühl zu haben und mit zu tragen, wenn es von Nöten ist. Um nicht selber vom Schmerz und Leid eines andern übermannt zu werden, muss ich meine eigene (leidvolle) Geschichte kennen. Traumatisierte Menschen haben uns (weniger Traumatisierten) etwas vor. Sie haben das Leben erlebt, wie es in Wirklichkeit ist ein Kampf auf Leben und Tod. Die Natur des Lebens ist grausam und brutal. Vermutlich ist an der Schnittstelle, wo Leben und Tod sich die Hand geben, «Gott» ganz nahe. Vielleicht ist ohne Bewusstsein der Vergänglichkeit, der Endlichkeit und damit dem Angesicht des Todes, keine wirkliche Hingabe (ans Leben) möglich.
Ich habe einen grossen Bogen vom betenden Bauernehepaar auf dem Acker zu
den abgerichteten Kindersoldaten gemacht. Etwas Unbedingtes, Unausweichliches spannt diesen Bogen und bringt ein menschliches Spektrum zusammen, das sonst kaum zueinander finden würde. Vielleicht bin ich über denselben Bogen mitverant-wortlich für alles, was auf diesem Planeten passiert ob ich direkt beteiligt bin oder nicht. Eine solche weltweite Verantwortlichkeit hat wenig mit Schuldgefühlen zu tun. Sie verbindet mich ganz einfach mit der Dringlichkeit, in meinem Umfeld alles zu tun, was «Leben» erhält und nichts, was «Leben» zerstört. In dieser Aufgabe liegt aber ein Ermessens- und Interpretationsspektrum, den ich, in seiner Vielfalt und Grösse, niemals vollständig bewusst haben kann. Ich spüre deutlich meine Grenzen. Das lässt mich in der Konkurrenz mit den Göttern und Göttinnen hinten anstehen und das ist gut so!
Sinnfindung?
Ich schwinge mich auf die Meta-Ebene (Erklärungsebene) und mache mich auf die Suche nach (einem) Sinn. Damit bin ich, so glaube ich, gut menschlich. Ohne Sinn und Absicht zu leben, ist trostlos oder unerträglich? Sinn und Absicht geben mir Halt, ähnlich dem Wissen um das Gebet. Auch wenn ich nicht wirklich weiss, wohin die Gebetsantennen richten, macht es Sinn und das ist «gut» so.
Diese durch die innere Stimme vertretene Ordnung trägt vermutlich ihren Sinn in sich und entzieht sich damit jeder (menschlichen) Logik. Dieser Sinn ist aus einem ähn-lichen «Stoff» gemacht wie die Träume. Er entschwindet, wenn ich ihn wirklich zu erfassen trachte. Ich lande in Widersprüchlichkeiten oder im Paradox. Ich sehe darin eine Sicherheitsvorkehrung des «Lebens» vor «unbefugtem» Zugriff. Auch mein Leben ist damit geschützt. Wie lange? Das liegt nicht in meiner Hand. In dieser, mir gegebenen Zeit, ist auch alles Leben, das mich umgibt, geschützt. Das ist die Gerechtigkeit, darin liegt die Befriedigung und das muss genügen. Das Unwohlsein, wenn ich gegen diese Ordnung «verstosse», hat einen tröstlichen Nebeneffekt. Das Ursache-Wirkungs-Prinzip lässt (m)ein Eingebunden-sein in etwas «Grösserem» erlebbar werden und gleichzeitig auch (m)eine Abhängigkeit von diesem Etwas, das ich nicht zu fassen bekomme. Dadurch kann das gefühlsmässig «weit» und «eng» zur gleichen Zeit werden. Dieses Numinose (Göttliche) hat die Fäden des Lebens endgültig in der Hand. Es gab bis heute immer wieder Momente in meinem Leben Momente der absoluten Ohnmacht und Verzweiflung da war ich froh, abgeben und an der Situation nichts mehr ändern zu können. Es war eine Erleichterung, zu kapitulieren, zu übergeben, geschehen zu lassen. Das Beten erübrigte sich, ich war in dem Moment das Gebet selbst.
In dieser Hingabe an einen Ozean voller Gefühle, liegt ein unbeschreibliches Glücksgefühl, das sich jenseits vom herkömmlichen Glück befindet. Eine fast uner-trägliche Fülle breitet sich aus. Das muss die Kehrseite der Verzweiflung sein. Das englische Wort für Hingabe, Aufgeben (Kapitulation) ist «sacrifice» und kommt von dem lateinischen «sacrum facere», was «heilig machen» heisst. Etwas wird heil(ig), wenn die Verbindung mit dem Ganzen wieder hergestellt oder rückverbunden (religio(n)) ist. Ich denke, dass ich in solchen Momenten das erfahren habe, was mann «Gnade» nennt. Ich glaube, dass ich weiss, wie sie sich anfühlt (in dem Moment) und es entzieht sich meiner Vorstellung, wenn ich mehr darüber schreiben wollte. Richard Rohr, der deutschstämmige, in den USA lebende Franziskanerpater schreibt dazu: «Die Gnade selbst scheint die Leere zu schaffen, die nur die Gnade füllen kann». Nicht ganz einfach zu verstehen, aber gut, um drüber zu sinnieren. Auch nicht ganz einfach zu erfahren, in einer Welt, die von den ausgefallensten (Ab)Arten von Mach-barkeitswahn besessen ist und in der grundsätzlich nur ausge-lassene Freude und Wachstum sein darf.
Launen und Gnade
Launisch und unlogisch lebt das Leben und lässt sich nicht so leicht erklären. Alle Modelle werden früher oder später irgendeiner Ungereimtheit zum Opfer fallen. Selbst die Perfektion der Wissenschaft wird es nur bis vor die Tore des «göttlichen Imperiums» schaffen. Gott sei Dank! Das ist «gut» so. Der Wahn(sinn) der Mach-barkeit scheint manchmal, an der Oberfläche betrachtet, kaum Grenzen zu haben.
In der Tiefe schaufelt er sich das eigene Grab. Mit jeder Spezialisierung zieht sich die Ahnung vom Ganzen etwas mehr zurück und so wird es für das Mysterium Leben ein leichtes, sich mit Überraschungen und Unvorhersehbarem «Luft» zu verschaffen.
Die Mythologie erzählt ausführlich, dass die Götter und Göttinnen es absolut nicht lieben, wenn der Mensch ihnen in die Karten schaut. Dieser «göttliche Bereich» will geschützt und das Jenseits verschlossen bleiben, bis …?
Ich bin froh, dass ich es nicht weiss. Ich wüsste mit dieser «Offenheit» schlicht und einfach nicht umzugehen. Da sich das Jenseits vermutlich im Universum verliert, habe ich (als Mensch) die Chance, die Nichtigkeit in meiner Wichtigkeit zu erahnen. Daten aus dem Universum beeindrucken mich immer wieder zutiefst und lassen mich ehrfürchtig auf einem mir überblickbaren Stück Erde zurück. Ich glaube, ich weiss auch, woher die manchmal auftauchenden Gefühle der (totalen) Verlassen-heit oder des Fremd-Seins auf diesem Planeten, im eigenen Land oder in der eigenen Familie, stammen. Die gehören einer mir nicht immer bewussten Realität an, die, wenn ich sie ständig im Bewusstsein trüge, mich kaum schlafen liesse. Ich bin überzeugt, dass (erst?) die ehrliche Verzweiflung über diese boden- und haltlose Einsamkeit mich für das Wesentliche im Leben öffnet. Oft bringt auch (erst) die Erfahrung grossen Leidens, wenn nichts anderes mehr übrig bleibt, als zu «kapitu-lieren», den Menschen «zur Ruhe». Meinen Beobachtungen nach beginnt mann dann zu beten, wenn nicht mehr «mein Wille», sondern «Dein Wille» herrscht. Dann beginnt mann sich dem unvollkommenen Leben in einer begrenzten und unheilen Welt zu stellen. Dann trennt mann fast automatisch den «Spreu» vom «Weizen» und erlebt, worum es auch noch gehen könnte im Leben.
Ein Freund von mir trat diesen Sommer, nach einer lebensrettenden Operation, an mein Krankenbett und sagte: «Gäll, Peter: Dä Schmärz verbrännt alles, was nöd Händ und Füess hät!» In diesem Moment ist sonnenklar, dass «Unvollkommenheit» gut genug ist. Dass alles, was ist, gut ist so, wie es ist. Die «Vollkommenheit», die mann von sich und der Welt erwartet, fällt auf einen Schlag ab. Mann wird beschei-den und oft macht sich eine grosse Dankbarkeit breit. Der Glaube, nur das «Vollkom-mene» verdiene Liebe wandelt sich in den wärmenden Strahlen der Dankbarkeit. Bedingungslose Liebe wird greifbar. Heilung beginnt für mich da, wo der Mensch, (wieder) Mensch wird. Er sich seiner Begrenztheit und damit seiner Sterblichkeit, ohne «wenn» und «aber» annimmt.
Das alles fällt für mich unter Gebet. Abschliessend ein Gebet, das auf den vielen Zugfahrten entstand, die im Zusammenhang mit meiner Ausbildung standen.
Gebet
Ich komme als Mensch der irdischen Rasse
Mit hohen Visionen der göttlichen Liebe
Ich gehe auf Erden und sehe den Himmel
Und weiss die Verbindung ist deine Vision.
Mich plagen die Fragen des menschlichen Seins
Verwirren die Ängste der eigenen Natur
Als Keim zu ersticken bevor ich erahne
Die Vielfalt des Lebens als deine Kreatur.
Schick mir die Strahlen die Boten der Güte
Im göttlichen Strom der unendlichen Liebe
Durchfluten vernetzen die Impulse der Seele
Und führen zusammen im höchsten Bewusstsein.
Weck in mir die Kraft den Mut mich zu zeigen
Dem Menschen begegnen in Demut zu leben
Stärk in mir den Willen zum inneren Wachstum
Mich selbst in mir selber als Mensch zu betrachten.
Wo Macht ich allein im Leben gebrauche
Den Klang deiner Stimme verleugne in mir
Wo taub für mein Herz ich Handlung begehe
Da lasse mich spüren so dass ich verstehe.
Denn dein ist mein Wille im Leben zu heilen
Denn dein ist mein Licht im Leben zu leuchten
Denn dein ist die Macht die Kraft mir verleiht
Vereint in mir selbst zum Menschen geworden.
Als Werkzeug zu dienen auf diesem Planet
Sehe ich als Bestimmung für dieses mein Leben
Als geistiges Wesen im Körper gelandet
Such ich nach der Form dem Ausdruck zu geben.
Auf lockerem Sand ich oftmals gestrandet
Vor mir den Fels als meine Vision
Nun find ich den Mörtel vermischt mit dem Sand
Und bau mir den Fels auf sicherem Land.
In Gnade geboren aus Güte getragen
Mein Herz ist erfüllt von Dankbarkeit
Nun fühl ich mich offen für den deinen Plan
Dem Weg will ich folgen so gut ich dies kann.
Peter Oertle (1993)
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